...jemand 'ne Libelle gesehen?

…jemand  `ne Libelle gesehen?

                                                                                                                                        ~  von Ulrike

 

 

Der Fotoclub Lichtstark schwärmt aus in die Natur. Diesmal an einem Donnerstagabend mit Kurs auf unser Nachbarland. Das Ziel ist das „Libellenreservat Ravenvennen“. Klingt schon mal gut und wir sehen im Geiste viele blaue Helikopterchen durch die blühende Natur schweben. Ludger hatte schon Tage zuvor einen Parkplatz ausgekundschaftet, so sehen wir der Anfahrt gelassen entgegen. Diesmal haben wir sogar mit Fiona (12) und Matthias (13) zwei Jungfotografen dabei, die auch neugierig auf die Libellen sind.

 

Bevor wir überhaupt auf die anderen Lichtstarken treffen, haben Regina, Kristian, Fiona und ich schon eine kleine Rundreise hinter uns. Sind wir doch auf ungeklärte Weise vom rechten Weg abgekommen und über unbekannte Schleichwege aus der „anderen“ Richtung zum Treffpunkt gelangt. Da freuen wir uns umso mehr nun auf die Fotofreunde zu treffen, die sich auskennen. Mit unserem ganzen Gerödel (Kamera, Fotorucksack, Stativ, Jacken, Proviant etc.) schälen wir uns aus dem Auto, nur um zu erfahren, dass wir gleich wieder einsteigen können, weil wir noch näher heranfahren können. Das wiederholen wir wenig später noch einmal, denn das erste „Näher“, entpuppt sich als ein „Weiter“.

 

Irgendwann stehen wir mitten im Wald, vorher sind wir zweimal am selben Mülleimer vorbei gefahren (… es kommt der Verdacht auf im Kreis gefahren zu sein, aber das nur am Rande). Hoch motiviert machen wir uns auf die Suche nach Wasser, denn dort halten sich bekanntlich die begehrten Libellen in Scharen auf. Inzwischen fotografieren wir dankbar schon mal alles was nach Natur aussieht: Bäume, Büsche, noch mehr Bäume und sogar winzig kleine Frösche. Als immer noch kein Wasser in Sicht ist, gehen wir dazu über uns gegenseitig zu fotografieren. Nach einer Weile beschließen wir den breiten Pfad zu verlassen und einem schmalen,  zugewachsenen Trampelpfad ins Nirgendwo zu folgen. Wir haben viel Kontakt mit der Natur, Hautkontakt um genau zu sein, denn die unkoordiniert wachsenden Brombeersträucher wollen uns mit ihren Dornenranken am Weitergehen hindern. Davon lassen wir uns natürlich nicht beirren und tatsächlich werden wir mit einem See belohnt.

Die Freude ist groß, jetzt hört man nur noch Auslöser klicken bis die Frage kommt: „...jemand  `ne Libelle gesehen?“  Nein-  stimmt darum sind wir ja hier.  Irgendwo werden sie schon sein, einfach mal weiter laufen. Inzwischen können wir uns ja wieder gegenseitig fotografieren.

 

Vielleicht kommt Fiona und Matthias unterwegs mal der Gedanke, ob es so eine gute Idee war mit diesem orientierungslosen Haufen loszuziehen, aber sie lassen es sich nicht anmerken. Die Frage nach den Libellen kommt nicht einmal von ihnen, ich fürchte ich stelle sie selbst in regelmäßigen Abständen.

 

Als wir es schon nicht mehr glauben, finden wir sie, die LIBELLEN.

Es sind zwei. Immerhin. Fiona sieht sogar drei, aber da steht noch der Fotobeweis aus.

Wir sind zufrieden mit uns - besonders weil wir unsere Autos wiederfinden. Wir verlassen unser Nachbarland, werden aber wiederkommen und dann erwarten wir ein paar Libellen mehr – so fünf bis zehn wären schon schön.